Das Dromedar
Camelus dromedarius
Ahlers, Notabilitäten der Thierwelt, 1868Noch unberücksichtigt bis jetzt von uns sowohl in seiner Gattung, als in seiner Species steht da vor uns ein gewaltiges Thier von welthistorischer Bedeutung, hervorragend nicht allein vermöge seiner langen Beine, sondern auch durch hohe Tugenden. Es ist „das Schiff der Wüste“ (oder prosaisch und burschikos) das Kameel.
Das Dromedar (Camelus dromedarius) ist das Einhöckrige Kamel und ein Vetreter der Kamele der Alten Welt. Es ist nur noch in domestizierter Form oder verwildert anzutreffen. Als Haustier ist es weit verbreitet, hauptsächlich in Arabien, Nordafrika und Indien. Sein Verbreitungsgebiet überlappt zum Teil mit dem des domestizierten Trampeltiers (Camelus bactrianus).
Einhöckrige Kamele in Turkmenistan. Foto von Nancy Abeiderrahmane.
Antworten auf die häufigsten Fragen über Kamele
Ein trinkendes Dromedar mit Limonadenflasche. Foto von Thomas Döbel.
Gleich zu Beginn finden Sie hier die Antworten auf die häufigsten Fragen über Kamele.
Speichern die Höcker Wasser?
Nein, die Höcker speichern Fett als Energiereserve für hungrige Zeiten.
Wieviel Liter Wasser kann ein Kamel auf einmal trinken?
Ein durstiges Dromedar kann zwischen 60 und 120 Liter Wasser in 10 Minuten
trinken, sogar 200 Liter sollen einhöckrige Kamele geschafft haben.
Warum schaukeln Kamele beim Gehen?
Kamele haben ein besonderes Gangbild, den Passgang. Die Beine einer
Körperseite werden gleichzeitig bewegt. Die meisten anderen
Säugetiere gehen im Kreuzgang.
Lassen sich Dromedare und Trampeltiere miteinander kreuzen?
Ja, solche Kreuzungen werden nach einer arabischen Bezeichnung Tulus genannt.
Das Dromedar in alten Texten
Dromedar (Camelus dromedarius). Aus „Venationes ferarum“ (1541). Kupferstich nach Entwurf von Jan v. d. Straat (1523–1605).
Über das Dromedar wurde schon viel Schlechtes gesagt und geschrieben. Mehrere Eigenschaften, die man an Menschen nicht leiden kann, glaubten manche Autoren auch schon beim Kamel, vor allem dem Dromedar, entdeckt zu haben. Und Forschungsreisende haben in ihren Aufzeichnungen hinterlassen, wie sehr sie auf ihren Reisen und Expeditionen vom Kamel gequält worden sind.
Viele Mythen ranken sich um den Wasserhaushalt und den Höcker der Dromedare. Verschiedenen Organen hat man schon Fähigkeiten zur Wasserspeicherung zugeschrieben. Und immer wenn sich eine solche Theorie als Phantasie entpuppte, wurde sie durch eine neue ersetzt.
Hart ziehen die alten Lexika und Zoologiebücher mit dem Dromedar ins Gericht. Meyers Konversationslexikon von 1908 urteilt im Artikel über das Kamel wie folgt:
Das Dromedar (…) ist mit dem Schwanz 3–3,3 m lang und 2–2,3 m hoch, mit ziemlich kurzem Kopf, gestreckter, aufgetriebener Schnauze, großen, blöden Augen, kleinen Ohren, hängenden Lippen, eine (besonders in der Brunftzeit) stinkende Flüssigkeit absondernden Drüsen am Hinterkopf, langem, in der Mitte stärkerm, seitlich zusammengedrücktem Hals, bauchigem, nach allen Seiten gerundetem Körper, einem aufrechten, je nach dem Reichtum der Nahrung in der Größe sehr stark schwankenden Höcker auf dem Rücken, schlecht gestellten Beinen, zwei ziemlich langen, breiten Zehen mit kleinen Hufen und schwieliger Sohle, bis zum Fersengelenk reichendem, dünnem, bequastetem Schwanz, weichem, wolligem, auf dem Scheitel, im Nacken, unter der Kehle, an den Schultern und auf dem Höcker auffallend verlängertem Haar, starken Schwielen auf der Brust, dem Ellbogen, Handgelenk, am Knie und Fersengelenk. Die Farbe wechselt von hell sandgelb bis schwarz. Die Stimme ist ein häßliches Brüllen; von den Sinnen ist das Gehör wohl am besten ausgebildet, viel weniger das Gesicht und am mindesten der Geruch. (…) Stets aber verdankt das K. seine Brauchbarkeit der leiblichen, sehr viel weniger der geistigen Befähigung.
Im zitierten Artikel kommt auch das Zweihöckrige Kamel kaum besser weg: Es sei noch häßlicher als das Dromedar.
Im Leitfaden der Zoologie von Wossidlo aus dem Jahr 1912 findet sich ein weiteres Beispiel abwertender Schilderungen des Dromedars:
Das einhöckrige Kamel (Camélus dromedárius) auch Dromedar genannt. Ein mißgebildetes Geschöpf mit plumpem, durch einen Fetthöcker verunstaltetem Rumpf, hohen Beinen, langem, eingebogenem, dünnen Hals und kleinem, häßlichem Kopfe. Länge 2,5 m, Schulterhöhe 2 m; Haarkleid zottig-wollig, an einzelnen Stellen verlängert, sandfarbig (Wüstenkleid). Kopf gestreckt, ungehörnt; Augen ziemlich groß, aber blöde; Ohren klein, beweglich, nach hinten gestellt; Oberlippe gefurcht, herabhängend. … Sinne stumpf; Stimme widerwärtig.
Aber es geht auch etwas netter, wie zum Beispiel bei Ahlers, der oben schon zitiert wurde:
Ahlers, Notabilitäten der Thierwelt, 1868Tritt heran, du Großwürdenträger, und laß dir unsere Huldigungen gefallen. Du bist (…) der Vermittler, der die kontinentalen Völker auf friedlichen Bahnen zusammenführt und den Verkehr zwischen dem Orient und dem Occident auf dem wasserlosen Ocean in den heißen Erdstrichen ebenso anbahnt, wie die menschliche Kunst durch das Meerschiff, welches der Araber „das Kameel des Meeres“ nennt, die Gestadewelten des Erdballs einander gegenseitig befreundet. Du bist geduldig und folgsam und unermüdet fleißig, und gewiß hat Vasari dich unrecht aufgefaßt, wenn er in der Kuppel des Doms von Florenz unter den Lastern die Faulheit mit deinem Bilde darzustellen sich vermaß. Auch alt und krank leistest du noch erheblich mehr, als viele junge und gesunde Esel zusammen zu leisten vermögen, wie dies die Römer und Griechen in dem Sprichworte: „Camelus scabiosus complurium asinorum gestat opera.“ (…)
Du warst bei den Orientalen das Bild der Heiligung und Buße, und Johannes trug Kleider von deinen Haaren. Wie bedeutungsvoll du für den Orientalen warst und noch bist, beweist schon der Umstand, daß die Araber in ihren Grammatiken an sechstausend Bezeichnungen für dich haben, und darunter eine Menge Ausdrücke der dankbarsten Werthschätzung und Liebe. Du bist des Arabers treuer Gefährte, sein Bruder und der zweite Vater seiner Familie. Selbst am Himmel und in seinen Sternen sieht er dein Bild; die Wolken nennt er „die Kameele des Himmels“, und wenn es regnet, so sagt er: „Die Himmels-Kameele werden gemolken.“ (…)
Du bist anspruchslos und bescheiden; deine Nahrung ist die allerdürftigste — Distel, Nessel und Gräser sind dir willkommene Speise, und drei bis vier Tage lang kannst du, ohne Wasser zu genießen, bei der größten Hitze reisen. Kommst du aber zum Trinken, dann versorgst du dich auch ganz gehörig, und funfzig, sechszig, ja hundert Pfund Wasser vermagst du auf Einmal zu dir zu nehmen und in dir aufzubewahren. Daher das bekannte Schimpfwort des ewig durstigen Bruder Studio: „Du Kameel!“ und daher das alte Burschenlied:
„Wie gut’s der Schöpfer dem Kameel
Und wie bequem gemacht:
Es trägt sein Faß im Leib daher —
Wenn’s nur voll Merseburger wär’!“
Dromedare in Turkmenistan. Foto von Nancy Abeiderrahmane.
Zoologische Systematik des Dromedars
Das Dromedar gehört als Säugetier zur Klasse Mammalia, Ordnung Artiodactyla (Paarhufer), Unterordnung Tylopoda (Schwielensohler), Familie Camelidae.
Der Name Camelus dromedarius für das Einhöckrige Kamel stammt von Linné, 1758. Einen Überblick über alle rezenten Kamelarten finden Sie auf der Seite über die Systematik der Camelidae.
Rassebildung bei Hauskamelen
Wie bei anderen Haustieren kommt es bei Hauskamelen zu Rassebildungen. Dabei gibt es Zusammenhänge sowohl mit dem Verwendungszweck als auch mit den Besonderheiten der Umwelt und der geographischen Verbreitung. Es werden Unterschiede bei Last- und Reitkamelen beschrieben. Außerdem wurden kleinere, kompaktere Bergkamele von Kamelen der Ebenen mit langen, schlanken Beinen abgegrenzt.
Wüstenschiff und Paßgang
Dromedar (Camelus dromedarius) als Reittier. Der Paßgang ist in der Darstellung gut zu erkennen. Detailausschnitt einer Abbildung aus den „Naturstudien“ von Masius (1863).
Tylopoda bewegen sich im sogenannten Paßgang fort. Er ist sowohl bei den Kamelen der Alten Welt als auch bei den Neuweltkamelen zu sehen. Als Paßgang wird das Gangbild bezeichnet, bei welchem die Beine einer Körperhäfte gleichzeitig bewegt werden. Im Englischen heißt dieses Gangbild unilateral gait.
Diese Form der Fortbewegung führt durch die herabgesetzte Querstabilität zu einem Schaukeln und Schwanken des Dromedars, das deshalb als „Wüstenschiff“ oder „Schiff der Wüste“ bekannt ist. Ein Kamelreiter kann davon einigen Berichten zufolge seekrank werden.
Anne Innis Dagg, die das Gangbild der Dromedare erforscht hat, schreibt dazu: „It has been wrongly said that riding a camel can make one “seasick,” for in reality the camel’s walk is very smooth.“ (Gauthier-Pilters, Dagg, 1981).
In Meyers Konversations-Lexikon (1908) erfährt man, dass der Paßgang nicht jedermanns Sache ist: „Der Trab, den das Tier vortrefflich verträgt, ist die beste Gangart für den Reiter, der bei der Paßbewegung unbarmherzig hin und her geschleudert und beim Galopp, wenn er nicht sehr sattelfest ist, sofort abgeworfen wird.“
Dromedar (Camelus dromedarius) im Paßgang. Foto von Re de Belleroche.
Die Anpassung des Dromedars an seine Umwelt
Dromedare sind erstaunliche Tiere. Die Anpassung an ihren lebensfeindlichen Lebensraum hat das Kamel mit vielen besonderen Eigenschaften und physiologischen Besonderheiten ausgestattet. Besonders auffällig sind die Fähigkeiten der Kamele zur Thermoregulation, zur Energiespeicherung und die Eigenheiten der roten Blutkörperchen.
Thermoregulation der Kamele
Als Bewohner der heißen Wüsten ist das Dromedar mit effektiven Methoden zur Thermoregulation ausgerüstet. Es gibt vor der Sonne kein Entkommen, da keine Pflanzen Schatten spenden. Kleinere Tiere können sich im Sand eingraben, eine Option die durch die Größe des Dromedars ausscheidet.
Das Dromedar hat eine bemerkenswerte Toleranz gegenüber erhöhter Körpertemperatur und erträgt Schwankungen von 8° Celsius. Die Basistemperatur liegt bei 34° Celsius, die maximale Temperatur bei 42° Celsius. Die Steigerung der Körpertemperatur des Kamels verringert das Temperaturgefälle zwischen Tier und Umwelt. Durch den verringerten Gradient wird somit weniger Temperatur vom Kamel aus der Umgebung aufgenommen.
Durch die hohe Toleranz gegenüber Temperaturschwankungen wird wertvolles Wasser eingespart, das ansonsten für die Stabilisierung der Körpertemperatur durch Schwitzen benötigt würde.
Schwitzen ist zudem ein Vorgang, der Energie verbraucht. Wichtige Mineralien müssen vor der Freisetzung aus der Schweißflüssigkeit zurückgeholt werden.
Höcker enthalten Lipide als Energiespeicher
Kamele füllen ihre Höcker mit Lipiden. Lipide sind als Energiespeicher für Wüstentiere besonders vorteilhaft, weil für die Speicherung von Lipiden kein zusätzliches Wasser benötigt wird. Bei der Oxidation der Speicherlipide entsteht metabolisches Wasser, etwa doppelt so viel pro Gramm Substrat wie bei der Oxidation von Kohlenhydraten. Diese Form der Wasserproduktion ist allerdings nicht der Grund, weshalb Kamele Höcker haben. Im Vordergrund steht die Lipidspeicherung als Energielieferant.
Im Vergleich mit Kohlenhydraten liefern Lipide etwa doppelt so viel metabolisch verwertbare Energie. Der Metabolismus der Lipide ist allerdings etwas umständlicher als der Glykogenmetabolismus, der Energiereserven sehr kurzfristig mobilisieren kann. Lipide sind daher besonders gut zur langfristigen Speicherung von Energie geeignet.
Die Erythrozyten des Kamels sind oval
Die roten Blutkörperchen der Kamele, die Erythrozyten, sind eine Besonderheit. Sie sind im Umriß oval, während die Erythrozyten der anderen Säugetiere rund geformt sind. Das Protein Spektrin, welches zu den Gerüstproteinen der roten Blutkörperchen gehört, bindet bei Kamelen besonders stark an die Zellmembran der Erythrozyten. Kamele können einen Wasserverlust von 40% ihres Körpergewichts überstehen und nach Durstphasen innerhalb weniger Minuten 60–120 Liter Wasser aufnehmen. Die besonderen Erythrozyten der Kamele halten diesen enormen osmotischen Belastungen stand – ein Mensch wäre schon längst gestorben.
Das Dromedar als Nutztier
Kamel als Transportmittel in Turkmenistan. Foto von Nancy Abeiderrahmane.
Das Einhöckrige Kamel ist auf vielfältige Weise durch den Menschen nutzbar. Das Dromedar liefert Milch und Brennmaterial (Kameldung). Als Last- und Reittier ist es weit verbreitet. Die besondere Anpassung des Dromedars an heißes Wüstenklima führte sogar zur Einführung von Kamelen in Australien.
Milch und Käse vom Dromedar
Wird aus der Milch des Dromedars Käse hergestellt? Ja, das gibt es tatsächlich. Im Buch The domestication and exploitation of plants and animals (Ucko und Dimbleby, 1969) erfährt man, dass die Rwala-Beduinen sich hauptsächlich von Produkten aus Kamelmilch ernähren, auch von Kamelkäse:
The Rwala beduin depend mainly on camel’s milk drunk fresh or sour, or boiled and made into cheese.
Das Buch verrät auch, dass bei den Tuareg die Kamelmilch lediglich von den Kamelhirten verwertet wird. Diese stellen aber keinen Käse daraus her:
Among the Tuareg only the camel herdsmen depend substantially on camel’s milk. They make no cheese and little butter.
In Mauretanien gibt es eine Molkerei namens Tiviski, die sowohl Trinkmilch als auch Käse aus Dromedarmilch herstellt. Der Käse hat passenderweise den Namen Caravane. Es handelt sich dabei um einen Weichkäse. In Europa kann man ihn aber nur sehr schwer bekommen, wenn man ihn probieren möchte.
Ein Bild von diesem fabelhaften Kamelkäse und weitere Informationen über Kamelmilch finden Sie auf der Seite über Milch und Käse vom Kamel.
Karawanentiere
Dromedare sind schon lange als Karawanentiere in Gebrauch, um Handelswaren über lange Strecken über schwieriges Terrain zu transportieren. Handel über weite Strecken war früher überhaupt nur mit Kamelkarawanen möglich. Während des ersten vorchristlichen Jahrtausends wurden mit Karawanen exotische Gewürze aus dem Süden Arabiens ins Zweistromland und nach Ägypten gebracht.
Bei Reisen durch die Sahara waren die Kamele unentbehrlich. Nachfolgend zeigt dies eine Schilderung der Expedition von Clapperton und Denham, den ersten Europäern, die den Tschadsee zu sehen bekamen.
Lenz, Gemeinnützige Naturgeschichte, 1884Als Denham und Clapperton auf ihrer ersten Reise (1822 bis 1824) von Mursuk durch die Sahara über Bilma nach Bornu reisten, starben bis Bilma viele Kamele der Karawane und mußten hier durch neue ersetzt werden. Südlich von Bilma ward aber die Wüste noch weit schrecklicher, die Sandberge standen 6 bis 18 m hoch und mußten mit furchtbarer Mühe erstiegen werden, und wenn nun die Kamele sich an deren Südseite hinunterschuren ließen, so hielten sie die Führer dabei, um ein überstürzen zu verhüten, am Schwanze gepackt, und doch konnte es nicht verhindert werden, daß sich viele mit ihrer schweren Ladung überstürzten. Schon am ersten Tage starben sechs, am folgenden blieben 20 tot liegen. Der Weg war mit Kamelgerippen bedeckt, und herumschweifende Hyänen und Räuber vermehrten die Schrecken der entsetzlichen Einöde.
Kameldung als Brennmaterial
Kameldung ist so trocken, dass er direkt nach dem Ausscheiden als Brennmaterial verwertet werden kann. Besonders in Gegenden, die denen es keine Bäume und somit kein Feuerholz gibt, ist Kameldung ein beliebter Energielieferant.
Lenz, Gemeinnützige Naturgeschichte, 1884In Niederägypten fand Dr. H. Bagge bei den Landleuten überall Kamel- und Büffelmist als Feuerungsstoff. „Der Kamelmist“, sagt er, „welcher aus kleinen ovalrunden, ziemlich festen Massen besteht, bedarf dazu keiner weiteren Bearbeitung, den Büffelmist dagegen formen die Weiber mit den Händen zu Klößen und kleben diese zum Austrocknen an die Wände der Häuser, die oft ganz damit bedeckt sind.“ —
Akklimatisierungsprojekte
Es wurden viele Versuche unternommen, um Dromedare außerhalb ihres Verbreitungsgebietes heimisch zu machen. Erfolgreich wurden die Kamele auf den Kanarischen Inseln eingeführt und von dort in andere Teile der Welt exportiert.
Einführung des Dromedars in Australien
In Australien leben verwilderte Dromedare. Diese stammen von Tieren ab, die im
19. Jahrhundert aus Indien eingeführt wurden, um als Last- und
Transporttiere genutzt zu werden. Eine Transport- und Infrastruktur war noch
nicht vorhanden. Nach dem Ausbau der Eisenbahn wurden die Dromedare
freigelassen. Sie leben seitdem verwildert im australischen Outback und haben
sich stark vermehrt.
Die Geschichte des Dromedars in Australien ist eine
besondere und sehr unterhaltsam.
Das Dromedar in Amerika
Auch in Nordamerika gab es Versuche das Dromedar heimisch zu machen – zum Beispiel zu militärischen Zwecken. Eine Gruppe von Kamel-Enthusiasten schaffte es auch tatsächlich Fördermittel für ein Einführungs- und Zuchtprojekt aufzutreiben. Der nur wenige Jahre später ausbrechende Bürgerkrieg führte allerdings zu einem Scheitern des Dromedar-Projekts.
Abschlußworte zum Dromedar
Zum Abschluß zitieren wir nochmals aus Ahlers, Notabilitäten der Thierwelt von 1868, der in der bunten Sprache des 19. Jahrhunderts so viel nettes über das Kamel berichtet:
Wie groß und erhaben stehst du da, du treues Thier, und wie würdig füllst du den Platz aus, den wir dir hier in unserem Ehrenkranze in tiefster Devotion angewiesen haben! Ruhe aus hier auf deinen wohl verdienten Lorbeeren! —
Dromedar als Zugtier, arabischer Ziehbrunnen. Abbildung aus Hellwald (1877).
Literatur zum Thema
- Hilde Gauthier-Pilters, Anne Innis Dagg, The Camel, University of Chicago Press, 1981.